Dein Guter Ruf

Montag, 17. August 2009

Klick und weg…


… wenn es doch so einfach wäre einen unangenehmen Eintrag im Internet zu entfernen. Hier antworten wir auf ein paar kritische Fragen, die uns immer wieder zum Thema "Entfernen" gestellt werden:




“Ist es überhaupt möglich Inhalte aus dem Internet zu entfernen?“

Unsere tägliche Erfahrung sagt „Ja“, in der überwiegenden Anzahl von Fällen. Dennoch gibt es eigentlich zwei Sichtweisen:
  1. Aus technischer Sicht ist nicht auszuschließen, dass die Daten irgendwo im Netz verbleiben.
  2. Es kann aber dafür gesorgt werden, dass die Daten für Suchmaschinen nicht mehr auffindbar sind und das ist ja vorrangig das Ziel der Betroffenen. Voraussetzung: nur wenn ein Inhalt direkt auf der Ursprungsseite von dem jeweiligen Webseitenbetreiber geändert oder entfernt wird, kann der Eintrag nicht mehr über die Suchmaschinen gefunden werden. Die anschließende Cache Löschung bei den Suchmaschinen sorgt dafür, dass nicht mehr auf die veralteten Inhalte zurückgegriffen werden kann.
Es gibt auch Fälle, wo der Webseitenbetreiber die Entfernung ablehnt oder den Inhalt weiterhin für wichtig hält. In solchen Fällen versuchen wir es mit einer Kompromisslösung, indem z.B. der Eintrag im Netz bleibt, aber der Name im Artikel gekürzt oder geändert wird. So wird beiden Seiten geholfen. Der Inhalt bleibt erhalten ist aber nicht mehr in Verbindung mit dem Namen des Kunden auffindbar.


“Ist das Löschen von Inhalten nicht Manipulation?“
Hier einige Beispiele zum Nachdenken:
  • Muss jemand, der unter richtigen Namen in einem öffentlichen Forum über private Probleme und Krankheiten Hilfe gesucht hat damit sein Leben lang konfrontiert werden?
  • Ist es o.k., wenn jemand im Jahr 2001 eine Insolvenz hatte jetzt immer noch mit einem Eintrag dazu gefunden wird und dies zu beruflichen Nachteilen führt?
  • Was ist, wenn ein Arbeitgeber mit Kündigung droht, wenn bestimmte Informationen zur letzten beruflichen Tätigkeit nicht aus dem Netz entfernt werden?
  • Muss jemand veraltete Daten in Adressdateien, die regelmäßig für Verwirrung sorgen, hinnehmen?
  • Besonders nachdenklich hat mich ein Kunde gemacht, der aus Sorge vor rechtsradikalen Übergriffen alle seine Adressen aus dem Netz entfernt hat, obwohl die fehlende Präsenz auch berufliche Nachteile zur Folge hatte.
Täglich bekommen wir Fälle, die ich mir eigentlich auch mit ausgeprägter Phantasie nicht hätte vorstellen können, die weder presserechtlich ein Problem darstellen noch jemandem eine „weiße Weste“ verschaffen.


“Lehnen Sie auch Kunden ab“
Da gibt es bei uns ganz klare Richtlinien. Zunächst wird jeder Entfernungsauftrag von uns genauestens geprüft. Stellen wir einen rechtsextremen oder einen strafrechtlich relevanten Hintergrund fest lehnen grundsätzlich den Auftrag ab. Uns stehen keine Möglichkeiten zur Verfügung, die jeweiligen Einträge auf Richtigkeit zu prüfen (wir sind ja keine Detektive). Hier empfehlen wir generell einen Rechtsanwalt zu konsultieren. Einzige Ausnahme: sofern es gerichtliche Urteile gibt, die bereits den juristischen Sachverhalt eindeutig zugunsten des Kunden geklärt haben, nehmen wir den Auftrag unter Umständen an und leiten diese Unterlagen, mit dem Wunsch der Entfernung, an den jeweiligen Webseitenbetreiber weiter.


„Tangieren Sie nicht die Presse und Meinungsfreiheit“
Grundsätzlich gilt auch im Internet der Grundsatz einer ständigen Abwägung zwischen dem Interesse der Öffentlichkeit an der Berichterstattung und den Rechten der Personen über die berichtet wird. Für Personen des öffentlichen Interesses ist eine Entfernung generell schwierig und nur dann eine Option, wenn es sich um ganz private Einträge und Fotos handelt, die das Persönlichkeitsrecht verletzen oder rechtlich relevant anfechtbar sind. Einträge, Berichte, Videos und Fotos, die auf Basis der öffentlichen Sphäre z.B. bei der Ausübung der beruflichen Funktion, im Netz vertreten sind haben keine Grundlage auf Entfernung. Dennoch ist in Ausnahmefällen z.B. bei absolut veralteten Informationen auch hier eine Entfernung möglich. Jeder Journalist folgt den presserechtlichen Grundsätzen und auch hier ist vieles eine Gradwanderung, so sehen wir das auch. Daher bewerten wir auch hier von Fall zu Fall und lehnen bei entsprechenden Fällen den Auftrag gegebenenfalls ab.
Schauen Sie hier, wenn Sie mehr zum Presserecht wissen möchten.


“Können Sie auch Fotos und Videos finden und entfernen?“
Ein Foto oder Video kann von uns nur im Web gefunden werden, wenn die Datei den Namen des Kunden enthält. Bei Fotos und Videoclips besteht im schlimmsten Fall die Gefahr, dass die Bilder bereits auf lokalen Festplatten, Mobiltelefonen etc. gespeichert wurden somit weiter im Umlauf sind und jederzeit wieder ins Internet hochgeladen werden können. Hier hilft nur eine ständige Kontrolle der Suchmaschinenergebnisse und beharrliches Bemühen um die Entfernung auf den Webseiten.


“Was ist, wenn die Entfernung vom Webseitenbetreiber abgelehnt wird“
An dieser Stelle erstmal vielen Dank an die vielen kooperativen Webseitenbetreiber. Wir haben bisher sowohl im In- als auch im Ausland in der überwiegenden Anzahl eine erfolgreiche Lösung für den Kunden gefunden. Aber es liegt in der Natur der Sache, dass es auch schwierige Verhandlungen mit Betreibern gibt, die leider keine Kooperationsbereitschaft zeigen. Hier gilt es auf anderem Wege den negativen Eintrag im Suchmaschinen Ergebnis auf die hinteren Plätze der Suchtreffer zu verweisen. Das geht nur mit der Verstärkung der eigenen Präsenz im Internet durch Mitgliedschaften in sozialen Netzwerken, Beiträge in Foren, einer eigenen Webseite oder eines eigenen Blogs. Es werden eigene „positive Spuren“ im Netz gelegt. Das unterstützt die eigene Reputation und macht unverwechselbar. Negative Einträge werden so möglicherweise auf hintere Suchmaschinenplätze verwiesen. Hierzu bieten wir seit kurzem einen neuen Service Online-Reputations-Manager.


Halten Sie das Entfernen von Daten aus dem Internet für Manipulation? Ich freue mich auf Ihren Kommentar.

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